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Parkinson

Naturmedizin 6/2022

Neuropsychiatrische Symptome bei fast 50 %

Depression, Angst und Apathie sind bei Parkinson-Patient:innen überaus häufige neuropsychiatrische Symptome (NPS). Jetzt ergab eine Metaanalyse zwischen 2010 und 2020 veröffentlichter Studien NPS bei knapp der Hälfte der Patient:innen. U. a. waren auch Psychosen und Impulskontrollstörungen (ICD) häufiger als angenommen.
30 Studien mit 7.142 Parkinson-Pa- NPS-Monitoring im Praxisalltag. tient:innen (67,3 % Männer) erfüllten die Kriterien. Die Teilnehmer:innen waren durchschnittlich 66,2 Jahre alt und seit 6,7 Jahren erkrankt.
Häufigste NPS waren Depression, Apathie und Angst mit jeweils deutlich über 40 %, während jeweils jeder fünfte Patient oder Patientin unter Psychosen oder einer ICD litt (s. Abb.).
In einer Reihe von Studien fand sich eine hohe Komorbidität von NPS und kognitiver Dysfunktion. Patient:innen mit relevanten kognitiven Defiziten und stärkeren NPS waren meist älter und länger erkrankt sowie schwerer motorisch beeinträchtigt. ICD scheinen mit längerer Erkrankungsdauer, jüngerem Alter und männlichem Geschlecht und vor allem mit der Einnahme von Dopaminagonisten (DA) assoziiert zu sein. In der Tat waren DA der wichtigste Risikofaktor für eine ICD.
 

 

Kommentar
NPS wie Apathie, Depression und Angst sowie Psychosen und ICD werden wegen der Fokussierung auf die motorische Symptomatik oft übersehen. Den Autor:innen zufolge mangelt es zudem noch an einheitlichen, validierten Instrumenten zum NPS-Monitoring im Praxisalltag.
Quelle: Macías-García P et al.: Neuropsychiatric Symptoms in Clinically Defined Parkinson‘s Disease: An Updated Review of Literature. Behav Neurol 2022: 1213393 [Epub 9. Mai; doi: 10.1155/2022/1213393
ICD-Codes: G20
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